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Risiken und Gefahren beim Online-Dating


Risiken beim Online-DatingDas Internet hat zahlreiche Aspekte unseres Lebens verändert. Angefangen von Onlineshops über die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten bis zu grenzenlosen Informationen, ist das World Wide Web aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Eine der größten Veränderungen stellt zweifellos das Online-Dating dar. Im deutschsprachigen Raum kümmert sich eine große Anzahl an Singlebörsen, Casual-Dating-Portalen, Partnervermittlungen und Dating Apps um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Internetnutzer.

Wer einen unverbindlichen Flirt oder eine Begleitung für die nächste Party sucht, kann online genauso fündig werden wie ein Single, der sich neu verlieben möchte. Wie vieles im Internet ist auch das Online-Dating mit Risiken verbunden. Vor einiger Zeit haben Betrüger ihre Chancen erkannt und nutzen seitdem die Anonymität, um anderen Usern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Insbesondere die Sorglosigkeit der meisten Leute macht es Cyberkriminellen leicht. Neben den Risiken durch Mitnutzer gibt es noch zwei weitere Bereiche, in denen Gefahr droht: das Risiko durch unseriöse Dating-Anbieter und die Sucht nach Online-Kontakten.

Welche Risiken sind beim Online-Dating zu beachten? Vektorgrafik: © Kontaktbörsen.de

Risiken durch die Dating-Plattform


Die Sicherheit beim Online-Dating beginnt bei der Wahl des richtigen Anbieters. Auf dem stetig wachsenden Datingmarkt ist nicht jedes Portal vertrauenswürdig. Viele kostenlose Singlebörsen haben keine finanziellen Mittel, um die Daten der Mitglieder in ausreichendem Maße zu schützen. Worauf sollten Nutzer bei Online-Dating-Anbietern achten?

1. Transparenz des Angebots

Aus den Inhalten der Webseite muss der genaue Umfang aller Funktionen einer kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft ersichtlich sein. Wenn die AGB bei einer automatischen Vertragsverlängerung keine detaillierten Informationen über die Kündigungsfrist enthält, ist das ein schlechtes Zeichen. In diesem Fall gerät man leicht in eine Abofalle, wodurch unnötige Kosten entstehen. Bei einer seriösen Kontaktbörse beantwortet der Kundenservice alle Fragen von Mitgliedern zum Thema Laufzeit und Kündigung des Premium-Vertrages, ohne ein Geheimnis daraus zu machen.

2. Überprüfung der Profilangaben durch den Kundenservice

In der heutigen Zeit bereitet es dem Betreiber eines Online-Portals keine Schwierigkeiten, die Angaben der Nutzer auf Plausibilität und Seriosität zu überprüfen. Ein erfahrener Kundenservice schaut sich jedes Profil persönlich an und sortiert schwarze Schafe sofort aus. Mitglieder, die längere Zeit inaktiv sind, sollten nicht mehr über die Suchfunktionen auffindbar sein, oder als Partnervorschläge vermittelt werden. Eine Verifizierung der Mitglieder per Handynummer oder Ausweisdokument erhöht die Seriosität und hält Betrüger fern. Nur eine gute Leistung des Betreibers rechtfertigt die zum Teil hohen Kosten einer Premium-Mitgliedschaft.

3. Datenschutz und Maßnahmen gegen Internet-Stalking

Ein Betreiber sollte auf der Webseite darauf hinweisen, dass er den Datenschutz ernst nimmt. Wenn bestimmte Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben werden, muss die Kontaktbörse ausdrücklich darauf hinweisen. Das Gleiche gilt für alle Bilder, die ein Nutzer auf dem Portal hochlädt. Darüber hinaus sollte die Plattform Möglichkeiten anbieten, um unerwünschte Kontakte zu unterbinden. Bei seriösen Singlebörsen gibt es direkt auf den Mitgliederprofilen Funktionen, um einen Stalker zu blockieren und dem Kundenservice zu melden.

4. Aufklärung über Risiken – Online-Dating Gefahren

Vor allem für unerfahrene Nutzer birgt Online-Dating zahlreiche Gefahren. Das unbekannte Portal wirkt zunächst interessant und verleitet Neumitglieder dazu, viel zu viel über die eigene Person zu verraten. Die Betreiber der Webseiten sind sich dieser Tatsache ebenfalls bewusst. Deshalb ist es wichtig, dass der Kundenservice über mögliche Risiken aufklärt und die Kunden zur Vorsicht ermahnt. Insbesondere Einsteiger profitieren von diesen Hinweisen.

5. Hilfe bei Problemen

Wenn es zu Störungen der Webseite oder der App kommt, sollte der Betreiber die Probleme zeitnah beseitigen. Während der üblichen Geschäftszeiten muss der Kundenservice zumindest per E-Mail erreichbar sein und auf Anfragen kurzfristig reagieren. In der Woche darf die Beantwortung des Schreibens nicht mehr als 24 Stunden dauern.

Risiken durch andere Mitglieder der Kontaktbörse


Auf Dating-Portalen ist eine große Zahl an Menschen unterwegs, von denen nicht alle Gutes im Schilde führen. Im Folgenden sind die häufigsten Gefahren aufgeführt, die Mitgliedern einer Kontaktbörse von anderen Nutzern drohen.

Fake-Profile

Eher harmlos verhalten sich Fakes, die unter Vorspiegelung einer falschen Identität mit anderen Singles flirten. Sie finden es vollkommen in Ordnung, im Schutz der Anonymität nichts ahnende Menschen hinters Licht zu führen. Der Spaß hört allerdings da auf, wo die Gefühle der Opfer verletzt werden.

Romance Scammer

Anders als bei den ungefährlichen Fakes verhält es sich mit professionellen Betrügern, den sogenannten Love Scammern oder Romance Scammern. Ein Love Scammer stellt die moderne Version eines klassischen Heiratsschwindlers dar. Sein Ziel besteht darin, einsame Singles emotional abhängig zu machen und anschließend um ihr Erspartes zu bringen.

Weitere Informationen und Hilfe zum Thema Love Scamming:

anti-scam.de

romancescam.com (englisches anti-scam Forum)

polizei-beratung.de

Identitätsdiebstahl

Beim Online-Dating sollte man mit der Herausgabe sensibler Daten sehr vorsichtig sein und stets den gesunden Menschenverstand walten lassen. Wer seinen Klarnamen, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer (vor allem Mobilfunknummer mit Vertrag), Kontoverbindung, Kreditkartennummer oder die Sozialversicherungsnummer an einen unbekannten Internetflirt weitergibt, riskiert den Missbrauch der persönlicher Daten. Je mehr Informationen ein Betrüger erhält, umso sicherer gelingt ihm die Vorspiegelung einer falschen Identität.

Der Dieb hat dadurch die Möglichkeit, bei Onlineshops und Internet-Auktionshäusern wie eBay einzukaufen, die ergaunerten Daten weiterzuveräußern oder sein Opfer in Misskredit zu bringen. Wenn die gestohlenen Daten bei kriminellen Handlungen verwendet werden, kann der Identitätsdiebstahl für die Betroffenen neben einer drohenden Verschuldung auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Aus diesem Grund sollte jeder Internetnutzer sofort den Kontakt zu Personen abbrechen, die unter einem Vorwand nach persönlichen Daten fragen.

Körperliche Bedrohung

Die meisten Nutzer wollen auf einer Kontaktbörse Gleichgesinnte kennenlernen, um sich mit ihnen im echten Leben zu treffen. Über die Dating-Website, Skype, E-Mail und Telefon lässt sich der Charakter einer Internetbekanntschaft nur schwer einschätzen. Wie reagiert der andere auf eine Ablehnung, wenn es doch nicht funkt? Das größte Risiko beim Online-Dating geht eindeutig von Psychopathen und Soziopathen aus, die ihren Opfern während eines Dates Gewalt antun. In den USA sind einige Fälle bekannt geworden, bei denen Frauen von einem Internetflirt vergewaltigt und anschließend ermordet wurden.

Erpressung

Zu den Gefahren beim Online-Dating gehört auch die Erpressung mit Nacktfotos und erotischen Videos. Der Cyberkriminelle baut zunächst ein Vertrauensverhältnis auf und bittet um einen Link zu Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Anschließend verleitet er sein Opfer dazu, sich vor der Kamera auszuziehen und ihm die Fotos oder Videos per E-Mail zuzuschicken. Das Material ist besonders brisant, wenn die Person sexuelle Handlungen an sich vornimmt.

Im Anschluss fordert der Erpresser Geld und droht damit, bei Nichtzahlung die Bilder und Filme an alle Freunde des Opfers in den sozialen Netzwerken zu versenden. Eine ähnliche Masche verwenden Erpresser auf Webseiten oder Apps, die einen Live-Video-Chat anbieten. Im Verlauf des Chats versucht der oder die Kriminelle, das Gegenüber zu überreden, die Kleidung abzulegen und vor der Webcam nackt zu posieren. Wenn genügend kompromittierendes Filmmaterial zur Verfügung steht, erklärt der Erpresser, dass er die gesamte Sitzung aufgenommen hat, und stellt seine Forderung.

Auf gar keinen Fall sollte man Bilder oder Filme an Internetbekanntschaften schicken, auf denen man unbekleidet zu sehen ist. Wer unbedingt ein Nacktfoto versenden will, achtet am besten darauf, dass sein Gesicht nicht erkannt wird. Das lässt sich mithilfe einer Gesichtsmaske oder über eine Bildbearbeitung bewerkstelligen.

Gefährdung von Jugendlichen und Kindern

Auf sozialen Netzwerken oder in Chatrooms können Kinder und Jugendliche leicht Opfer von Pädophilen werden. Sexstraftäter suchen aktiv nach Minderjährigen und nutzen dabei die kindliche Naivität schamlos aus. Um Straftaten zu verhindern, sollten die Eltern alle Online-Aktivitäten ihrer Kinder sorgfältig überwachen. Wichtig ist, auf Gefahren hinzuweisen und zur Vorsicht zu raten. Hinter dem angeblich gleichaltrigen Jungen mit dem freundlichen Lächeln kann in Wirklichkeit ein erwachsener Kinderschänder stecken. Eltern sollten so viel Vertrauen zu den eigenen Kindern aufbauen, dass sie sich auf gar keinen Fall hinter ihrem Rücken mit einem unbekannten Internetflirt treffen.

Gesundheitsrisiken

Viele Singles aber auch Menschen in einer festen Beziehung suchen auf Singlebörsen und Casual-Dating-Portalen nach Gelegenheitssex. Wer sich auf ein erotisches Abenteuer einlässt, sollte an die möglichen Gesundheitsrisiken denken. Das Treffen mit einem Online-Schwarm kann nicht nur die Erwartungen enttäuschen, sondern auch die eigene Gesundheit gefährden. Es gibt zahlreiche Geschlechtskrankheiten, von denen manche nicht heilbar sind oder sogar tödlich verlaufen.

Mit der Anzahl an Sexpartnern nimmt auch das Risiko zu, sich eine sexuell übertragbare Krankheit einzufangen. Aus diesem Grund sollten sich Casual Dater immer mit einem Kondom schützen. Den Beteuerungen eines Unbekannten über den vor Kurzem durchgeführten HIV-Test kann man auf keinen Fall glauben. Wenn Zweifel auftauchen, brechen verantwortungsvolle Menschen das Date ab, um sich und ihren festen Partner keinem Gesundheitsrisiko auszusetzen

Individuelle Risiken


Neben den Gefahren durch andere Nutzer birgt Online-Dating auch persönliche Risiken. Dazu zählen vor allem mögliche Partnerschaftsprobleme sowie die Online-Sucht.

Probleme in der festen Beziehung

Manche Nutzer betreiben Online-Dating, obwohl sie einen festen Partner haben. Aufgrund der Anonymität im Internet kann man problemlos mit anderen Singles flirten und einmal etwas Neues ausprobieren. Viele Menschen betrachten jedoch den Online-Flirt als Untreue, sodass Beziehungsprobleme vorprogrammiert sind. Selbst harmlose Chats können zu einer schweren Krise in der Beziehung führen, wenn der Partner die Online-Aktivitäten entdeckt. Nicht selten kommt es aufgrund der vermeintlichen Untreue zu einer Trennung. Wer hinter dem Rücken seines Lebensgefährten Online-Dating betreibt, sollte sich über die Risiken für seine Beziehung im Klaren sein.

Online-Dating als Sucht

Wie viele andere Möglichkeiten im Internet weist auch Online-Dating ein hohes Suchtpotenzial auf. Aus einem anfänglichen Spaß kann nach kurzer Zeit ein Zwang entstehen. Bereits im Jahr 1998 untersuchten Wissenschaftler das Phänomen der Chatsucht in Deutschland. Die Forscher fanden heraus, dass rund 13 Prozent aller Chatnutzer Anzeichen einer Sucht entwickelt hatten.

In den folgenden Jahren wurden die Forschungen auf Online-Games, Forex- und Aktienhandel sowie Online-Auktionen ausgedehnt. Alle diese Aktivitäten machen süchtig. Sogar Versteigerungen bei eBay können dazu führen, dass die Teilnehmer einem vermeintlichen Schnäppchen nach dem anderen hinterherjagen. Der Zwang nach Online-Dating stellt aus wissenschaftlicher Sicht eine Sonderform der Chatsucht dar.

Nach Aussage des Psychiaters Dr. Hans Zimmerl aus Wien gibt es folgende Anzeichen für eine Online-Sucht:

  • zwanghafte Internet-Fixierung,
  • Verlust der Kontrolle über die Zeit, die man beim Online-Dating verbringt,
  • Selbstisolation und Verarmung an sozialen Kontakten,
  • Vernachlässigung von Nahrungsaufnahme und Schlaf,
  • reduzierte Arbeitsleistung im Beruf,
  • Verharmlosung des eigenen Suchtverhaltens,
  • psychische Abhängigkeit und Verdrängung der Realität,
  • Nervosität und Reizbarkeit als Entzugssymptome, wenn der Zugang zum Chat nicht möglich ist.

Wann besteht für Nutzer die Gefahr, eine Online-Sucht zu entwickeln? Erste Hinweise liefert das folgende Verhalten: Wenn jemand sehr viel Zeit beim Online-Dating verbringt, mit zahlreichen Personen flirtet, aber einem Treffen im echten Leben immer wieder ausweicht, droht das Abdriften in eine Scheinwelt. Als Folge kann es zur Selbstisolation kommen mit einem Verzicht auf soziale Kontakte zu Familie und Freunden. Wer ein solches Verhalten an sich selbst erkennt, sollte rechtzeitig gegensteuern. Bei einer ausgeprägten Online-Sucht ist es empfehlenswert, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Stalking im Internet


Der Begriff Stalking bedeutet eine unerwünschte Kontaktaufnahme zu anderen Personen in Form von Belästigungen, Verfolgungen und Bedrohungen. Ein andauerndes Verschicken von Nachrichten, Beleidigung und Verunglimpfung der verfolgten Person in Chatrooms sowie das Aufhetzen anderer Nutzer gegen das Opfer zählen zu den Spielarten des Stalkings im Internet. Warum verhalten sich einige Menschen auf diese Weise?

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten von Stalkern:

  • verlassene Expartner
  • hartnäckige Verehrer
  • Neider und Rachsüchtige
  • Erotomanen

Bei der Hälfte aller Stalker handelt es sich um zurückgewiesene Expartner, die wütend über die oft unerwartete Trennung sind. Einerseits möchten sie sich an dem oder der Ex rächen, zum anderen hoffen sie auf eine Versöhnung. Rund 19 Prozent der Täter sind verbissene Verehrer. Sie idealisieren ihr Opfer, deuten die Ablehnung in Zuneigung um und erhoffen sich eine gemeinsame Zukunft. Etwa 13 Prozent der Stalker verfolgen eine andere Person aus Neid, weil diese etwas besitzt, was man selbst gerne hätte.

Zu dieser Gruppe gehören auch Menschen, die Rache für ein vermeintliches Unrecht nehmen wollen. Männer oder Frauen, die unter einem Liebeswahn leiden, werden als Erotomanen bezeichnet. Rund 15 Prozent aller Stalker bilden sich ein, eine Beziehung zu ihrem Opfer zu haben. In ihrem Wahn sind Erotomanen der festen Überzeugung, dass der oder die Angebetete sie aus tiefstem Herzen liebt.

Was kann man gegen Internet-Stalking unternehmen?

Wie schützt man sich am besten vor Stalking im Internet? Auf welche Weise sollte man sich verhalten, wenn man einem Stalker zum Opfer fällt?

1. Eine seriöse Kontaktbörse auswählen

Wer auf einer Dating-Website aktiv sein möchte, sollte sich den Anbieter sorgfältig aussuchen. Seriöse Kontaktbörsen haben eine Filterfunktion, um die Nachrichten unerwünschter Mitglieder abzublocken. Darüber hinaus ist es wichtig, den Kundenservice über den Störenfried zu benachrichtigen. Dadurch können andere Nutzer vor dem Stalker geschützt werden. In schwerwiegenden Fällen sperrt der Betreiber das Profil der betreffenden Person. Beim Online-Dating sollte man nicht zu früh persönliche Informationen herausgeben.

Wenn ein Stalker den Namen, die Adresse und die Telefonnummer seines Opfers kennt, verlagert er seine Aktivitäten aus der virtuellen Realität einer Webseite ins echte Leben. Am besten legen Sie eine kostenlose E-Mail-Adresse bei GMX, Outlook.com oder Web.de an und kommunizieren zunächst ausschließlich über die Nachrichtenfunktion der Kontaktbörse. Wenn Sie sich sicher fühlen, können Sie mit einem Prepaidhandy und über Skype mit dem Internetflirt in Kontakt treten.

2. Kontakt mit dem Stalker konsequent abbrechen

Wenn Sie überhaupt kein Interesse an einer Person haben, sagen Sie das offen und ehrlich. Eine falsche Rücksichtnahme führt dazu, dass sich ein potenzieller Störenfried Hoffnungen macht. Eine Aussage wie „zu einer anderen Zeit wären wir vielleicht zusammengekommen, im Augenblick bin ich aber in festen Händen“, kann fatale Folgen haben.

Der Stalker versteht in seinem Wahn diese Aussage so, dass er Chancen hat und beharrlich sein muss. Auch wenn es schwerfällt, sagen Sie dem anderen höflich und bestimmt: „Ich habe kein Interesse an Dir und breche hiermit den Kontakt ab.“ Danach sollten Sie kein „allerletztes Gespräch“ führen und auch nicht mehr auf E-Mails, Briefe, Anrufe oder Nachrichten auf dem Anrufbeantworter antworten. Jede Reaktion deutet der Stalker als Interesse Ihrerseits und bestätigt ihn in seiner Vorgehensweise.

3. Das Verhalten des Stalkers genau dokumentieren

Bei Stalking-Opfern besteht häufig die erste Reaktion darin, eine unerwünschte E-Mail zu löschen und einen Brief wegzuwerfen. Obwohl dieses Verhalten nachvollziehbar ist, stellt es einen großen Fehler dar. Wenn Sie keine Beweise in Händen halten, wird es schwierig, dem Störenfried mit juristischen Mitteln das Handwerk zu legen. Behalten Sie alle Schreiben, zeichnen Sie nach Möglichkeit die Anrufe auf und speichern Sie die hinterlassenen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter dauerhaft ab. Falls der Stalker Sie persönlich belästigt, notieren Sie das Datum, die Uhrzeit und den Ort sowie die Namen von Zeugen des Vorfalls. Die Dokumentation ist wichtig für eine Anzeige bei der Polizei und die Durchsetzung einer einstweiligen Verfügung vor Gericht.

4. Unterstützung suchen

Wer von einem Stalker belästigt wird, hat oft das Gefühl, alleine und ausgeliefert zu sein. Sprechen Sie mit vertrauenswürdigen Personen über Ihre Ängste und Sorgen. Als Opfer von Stalking haben Sie keine Mitschuld an den Vorfällen. Bitten Sie, einen Freund oder eine Freundin die Briefe und E-Mails des Stalkers zu lesen und auf besorgniserregende Aussagen hin zu überprüfen.

Darüber hinaus können Selbsthilfegruppen und Psychotherapeuten bei der Aufarbeitung seelischer Belastungen helfen. Stalking-Opfer sollten die Familie, Arbeitskollegen, Freunde und Nachbarn über ihre Situation aufklären. Nicht selten wendet sich der Stalker an das Umfeld, um weitere Informationen zu erhalten. Zudem lassen sich Missverständnisse am Arbeitsplatz vermeiden, die Ihnen schaden könnten.

5. Die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen

Stalking-Opfer sollten sich überlegen, ob juristische Maßnahmen gegen den Störenfried sinnvoll sind. Das sogenannte Gewaltschutzgesetz ermöglicht eine zivilrechtliche Klage gegen den Stalker mit dem Ziel, eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Dadurch werden dem Täter bestimmte Verhaltensweisen untersagt und Näherungsverbote erteilt. Verstößt der Stalker gegen die Verfügung, kann sein Verhalten strafrechtliche Folgen haben und mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Um eine Zivilklage einzureichen, wenden sich Betroffene am besten an einen erfahrenen Rechtsanwalt. Von einem Vergleich vor Gericht ist abzuraten, da das Verhalten des Stalkers auf diese Weise als teilweise berechtigt anerkannt wird. Ein Verstoß gegen die Dinge, die im Vergleich festgelegt sind, gilt dann nicht mehr als strafbar.

Weitere Informationen und Hilfe zum Thema Internet-Stalking:

Heise.de – „Der Troll, der mich liebte“ Stalking in den Medien des Internets – eine rechtliche Betrachtung

Gegen-den-Strom.org – Informationen und Hilfe für Stalking-Opfer.

Weisser-Ring.de – Informatives PDF-Faltblatt der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer.

Frauen-gegen-Gewalt.de – Verzeichnis der Frauennotrufe in Deutschland.

Hinweise für mehr Sicherheit beim Online-Dating


Um es Fakes und Kriminellen nicht allzu leicht zu machen, sind gewisse Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll. Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, steht einem unbeschwerten und sicheren Flirten auf einer Kontaktbörse nichts mehr im Wege.

Die Kontaktbörse auf Seriosität überprüfen

Im deutschsprachigen Raum gibt es ein riesiges Angebot an Singlebörsen, Partnervermittlungen, Dating-Apps und Casual-Dating-Portalen, sodass Interessenten leicht den Überblick verlieren. Vor der Anmeldung sollten Sie die AGB durchlesen und dabei vor allem auf die Kündigungsbedingungen achten.

Recherchieren Sie im Internet nach Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie hoch sind die Gesamtkosten für die Premium-Mitgliedschaft?
  • Verlängert sich der Vertrag automatisch am Ende der Laufzeit?
  • Welche Kündigungsfrist gilt für die kostenpflichtige Mitgliedschaft?
  • Gibt der Betreiber persönliche Daten der Nutzer zu Werbezwecken an Dritte weiter?
  • Unterhält das Portal animierte Profile?

Bei sogenannten animierten oder moderierten Profilen handelt es sich um Fakes, die von der Kontaktbörse selbst eingesetzt werden. Der Zweck besteht darin, zahlende Mitglieder bei Laune zu halten und Aktivitäten im Mitgliederbereich vorzutäuschen. Suchen Sie im Internet nach Beiträgen anderer Nutzer über ihre Erfahrungen auf den Dating-Portalen, für die Sie sich interessieren. Bei der Entscheidung für die richtige Kontaktbörse kann auch ein unabhängiges Vergleichsportal hilfreich sein.

Die Mitgliederprofile genau ansehen

Achten Sie bei interessanten Profilen auf Details, damit Sie einen Fake rechtzeitig erkennen. Ein Mann oder eine Frau, von denen Sie angeschrieben wurden, ist sehr attraktiv. Das einzige Foto auf dem Profil wirkt ansprechend. Wenn Sie weitere Fotos sehen möchten, weicht die Person aus. Auf dem Mitgliederprofil sind kaum persönliche Informationen zu finden, es wirkt oberflächlich und lieblos. Bei einem solchen Profil ist Vorsicht geboten. Wer ernsthaft nach einem Partner sucht, gibt sich Mühe und stellt seine Interessen und Wünsche kurz dar. Wenn die Antworten des Users allgemein gehalten sind und er auf Nachfragen nicht reagiert, handelt es sich vermutlich um ein Fake-Profil. Da Fakes ein Date im wirklichen Leben nicht interessiert, haben sie oft keine Lust auf eine aufwendige Profilgestaltung.

Zurückhaltung auf dem eigenen Profil

Verraten Sie auf dem Profil nicht zu viele Einzelheiten aus Ihrem Leben. Jeder Nutzer der Kontaktbörse erhält Einsicht in Ihre persönlichen Angaben. Genaue Informationen über Vorname, Wohnort und Beruf lassen Rückschlüsse auf Ihre Identität zu. Verwenden Sie anstelle des Vornamens ein Pseudonym und laden Sie seriöse Fotos aus dem Freizeitbereich hoch. In die Fotogalerie einer Kontaktbörse gehören keine Strandbilder, die viel nackte Haut zeigen.

Anfangs die Kontakte auf die Webseite oder die App beschränken

Am Anfang sollte der gesamte Dialog mit anderen Nutzern über die Nachrichtenfunktion der Webseite erfolgen. Wenn Sie sich strikt weigern, das Gespräch nach der zweiten Nachricht per E-Mail weiterzuführen, verlieren Betrüger rasch das Interesse. Professionellen Love Scammern ist klar, dass ein seriöses Dating-Portal ihr Verhalten schnell erkennt und das Profil sperrt. Deshalb bleibt ihnen nur wenig Zeit, potenzielle Opfer von der Plattform wegzulocken.

Verdächtige Nutzer sofort blockieren

Beim Online-Dating bietet nur die Nachrichtenfunktion der Kontaktbörse einen wirksamen Schutz vor Fakes und Betrügern. Der Kundenservice kann das Verhalten der Nutzer überprüfen und auf ein unangemessenes Verhalten umgehend reagieren. Die Mitglieder haben zudem die Möglichkeit, verdächtige Profile zu melden und den Nutzer zu blockieren.

Gut Ding will Weile haben

Wenn man jemanden beim Online-Dating kennenlernt, entsteht rasch das Gefühl von Vertrautheit und Nähe. Das geschriebene Wort hat oft eine intensivere Wirkung als ein Gespräch. Dadurch kann sich viel schneller eine emotionale Beziehung entwickeln, als den meisten Menschen bewusst ist. Denken Sie immer daran, dass es sich bei dem Internet-Schwarm um einen Fremden handelt. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um den anderen wirklich kennenzulernen. Dadurch können Sie sicherstellen, dass er tatsächlich die Person ist, für die er sich ausgibt.

Führen Sie eine Online-Recherche durch

Ein vielversprechender Single flirtet und chattet mit Ihnen. Eigentlich sind Sie bereit, den nächsten Schritt zu machen. Scheuen Sie sich nicht, vorher eine Recherche über die neue Internetbekanntschaft durchzuführen. Erste Hinweise liefert eine Suche nach dem Namen der Person in sozialen Netzwerken und bei Google. Stimmen die Angaben bei Facebook & Co. mit dem Profil der Kontaktbörse überein. Betrachten Sie auf den Profilbildern die Details im Hintergrund.

Gibt es solche Möbel, Steckdosen, Lichtschalter, Bäume und Landschaften in dem Land, wo Ihr Online-Schwarm angeblich lebt? Speichern Sie die Fotos auf Ihrem PC und führen Sie bei Google eine umgekehrte Bildersuche durch. Anhand der Ergebnisse lässt sich oft erkennen, ob die Fotos von einer anderen Webseite stammen. Allgemein gilt: Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, sollten Sie keine Bedenken haben, den Kontakt sofort abzubrechen.

Achten Sie auf die Kommunikation

Menschen, die die Wahrheit sagen, ändern ihre Geschichten niemals in den wesentlichen Punkten. Lügner hingegen verlieren leicht den Überblick und müssen ihre Erklärungen an neue Gegebenheiten anpassen. Diese Binsenweisheit aus der Kriminalistik kann man auch beim Online-Dating anwenden. Vergleichen Sie die verschiedenen Nachrichten Ihrer Internetbekanntschaft. Stimmen alle Informationen überein oder widerspricht sich die Person bei manchen Dingen. Konfrontieren Sie Ihren Online-Schwarm mit den Widersprüchen.

Wie reagiert er? Tischt er oder sie sofort eine neue Geschichte auf oder gibt es eine plausible Erklärung für die unterschiedlichen Schilderungen? Seien Sie skeptisch, wenn jemand versucht, Sie auszuhorchen. Ein großes Interesse an der eigenen Person schmeichelt zwar dem Ego. Trotzdem sollten Sie darauf achten, genauso viele Informationen über den Internetflirt zu erhalten, wie Sie selbst herausgeben. Wenn der andere kaum etwas verrät oder nur mit Standardfloskeln reagiert, ist Vorsicht angesagt.

Bitten Sie einen Freund um seine Meinung

Falls Ihnen irgendetwas an dem neuen Online-Schwarm komisch vorkommt, fragen Sie einen Freund nach seiner Einschätzung. Die Schmetterlinge im Bauch machen uns oft blind gegenüber der Realität. Eine neutrale Person kann das Verhalten der Internetbekanntschaft unvoreingenommen beurteilen.

Öffnen Sie keine Anhänge in E-Mails

Wenn die ersten Nachrichten über die Webseite ausgetauscht worden sind, möchten viele Nutzer mit ihrem Online-Schwarm bequem per E-Mail kommunizieren. Seien Sie dabei vorsichtig mit angehängten Dateien. Am besten öffnen Sie sie gar nicht, auch wenn sich hinter der ZIP-Datei angeblich ein Foto des Chatpartners verbirgt. Ansonsten besteht die Gefahr, sich ein Virus oder eine sonstige schädliche Software auf den Rechner zu laden. Darüber hinaus sollten Sie keine Links in der E-Mail anklicken, da es sich um einen Phishingversuch handeln könnte.

Nutzen Sie Skype

Vor dem ersten persönlichen Treffen ist es empfehlenswert, ein Videotelefonat mit dem neuen Internetflirt zu führen. Auf diese Weise lässt sich schnell feststellen, ob es sich bei der Person um einen Fake handelt. Wenn jemand überhaupt nicht skypen will, sollten bei Ihnen die Alarmglocken schrillen.

Bei Geld hört die Freundschaft auf

Männliche und weibliche Love Scammer haben es darauf abgesehen, bei nichts ahnenden Opfern möglichst viel Geld zu ergaunern. Liebesbetrüger erkennt man deshalb ganz leicht daran, dass sie irgendwann nach Geldbeträgen fragen. Häufig ist die Bitte in eine herzergreifende Geschichte verpackt, bei der es sprichwörtlich um Leben und Tod geht. An dieser Stelle beenden Sie besser sofort den Kontakt und melden die Person an den Kundenservice der Singlebörse.

Auf gar keinen Fall sollten Sie ihrem Online-Schwarm irgendwelche Geldbeträge überweisen. Viele Menschen haben aufgrund ihrer Naivität alle Ersparnisse an einen Romance Scammer verloren und sich zusätzlich hoch verschuldet. Wer nicht glaubt, dass emotionale Abhängigkeit zu einem dermaßen irrationalen Verhalten führen kann, sollte einmal in einer Suchmaschine den Begriff „Bezness“ eingeben und sich die Geschichten von geprellten Opfern durchlesen.

Verhalten beim ersten Date

Wenn man ausgiebig per E-Mail, Telefon und Skype geflirtet hat, wird es allmählich Zeit, den Online-Schwarm im echten Leben zu treffen. Nur auf diese Weise lässt sich herausfinden, ob es zwischen Ihnen wirklich funkt.

Trotz aller Vorfreude gilt es, einige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:

  • Verabreden Sie sich an einem belebten Ort (Restaurant, Café usw.) und nicht zu einem Spaziergang im Park.
  • Teilen Sie einem Freund den Zeitpunkt und den Ort Ihres Dates mit. Melden Sie sich anschließend wieder bei ihm.
  • Lassen Sie sich nicht von Ihrem Online-Flirt zu Hause abholen.
  • Trinken Sie nur wenig Alkohol.
  • Gehen Sie auf keinen Fall mit der Person nach Hause und laden Sie sie auch nicht zu sich ein.
  • Haben Sie keine Hemmungen sofort aufzustehen und zu gehen, wenn Sie ein ungutes Gefühl beschleicht.
Sicherheit geht vor: befolgen Sie unsere Tipps beim Online-Dating
Beim ersten Date sollten man einige Regeln beachten. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber-Artikel:  10 Sicherheits-Tipps für das Online-Dating